Freitag, 4. November 2016

Ein Trip nach China - Der Abschluss

China ist – so zum Abschluss

Weil Verallgemeinerungen zwar scheiße sind aber Spaß machen gibt’s jetzt meine. Ich weiß China ist groß, drum geht’s hauptsächlich um Fuzhou.

China ist – bunt

Von den lustigen Regenhäubchen und Wärmedecken auf den genauso bunten (elektro)Rollern über die tropischen Pflanzen (Fuzhou ist in etwa auf derselben Geographischen Breite wie Miami oder die Kanarischen Inseln… ganz grob) bis zu den unterschiedlichsten Leuchtreklamen, hier ist weiß die Farbe der Trauer und somit fehl am Platz.


China ist – taghell

Viele, viele, VIELE Leuchtschilder! Also Massenhaft! Alles Blinkt und LEDt vor sich hin. Kein Laden, der was darstellen will, ist ohne. Sogar die Hochhäuser in der Nähe des Hotels haben LEDs an der Fassade, die in alle Richtungen lustige Muster formen und im Takt blinken. Einzige Ausnahme: Scheinwerfer am Auto/Roller – solang der Fahrer was sieht braucht man die nicht. Gesehen werden? Hä?

China ist – laut

Und damit meine ich nicht, dass die Leute sich hier anschreien. Überall ist entweder Musik oder jemand macht eine Ansage. Viele der kleinen Geschäfte (hauptsächlich die mit Bekleidung) haben Lautsprecher vor der Tür stehen, die versuchen Kundschaft anzulocken… und weil man den Laden direkt nebendran übertönen will (oder zumindest nicht untergehen will) dreht man am Regler. Die Leute reden draußen sehr laut miteinander, ja, aber weil man sich sonst gegenseitig nicht versteht. Plus: Meine Hupe ist mein Freund. Auch bei den Tanztreffen im Park Abends ist die Box volle Lotte aufgedreht… der Strand von Mallorca ist ein Sch*** dagegen.


China ist – eine Stolperfalle

Nicht wundern, wenn irgendwas auf einmal im Weg steht. Die halbhohen Poller, die Autos von der Durchfahrt abhalten sollen, sind überall. Und auf einer Höhe, die irgendwie nicht in meinem Radar liegt. Dann gibt’s hier keine Schlaglöcher sondern Schlagschluchten. So manche Treppe wurde auch nicht nach Norm sondern per künstlerischer Freiheit konzipiert. Immer ein Auge auf dem Boden haben, das kann ich jedem hier nur empfehlen. Plus: Viele der Gehwegplatten sind aus marmorartigem Stein und werden bei Regen und Niesel extrem rutschig.


China ist – mit seinen Körperfunktionen im Reinen

Also nicht China sondern die (meisten?!) Chinesen. Rülpsen? Gerne! Ein Pups? Kein Ding! Nase hochziehen und in die Gegend spucken? Aber klar! Schmatzen? Sicher! Schlürfen? Wie soll Suppe mit Stäbchen sonst funktionieren! Nur Nase am Tisch putzen, das geht nicht. Dafür darf man sich kratzen wo’s grad juckt. Befremdlich am Anfang, aber das geht relativ schnell als Hintergrundrauschen unter. Manchmal sind „wir“ wahrscheinlich ein bisschen zu schnell pikiert – ist doch eigentlich alles ganz natürlich.


China ist – sauber

Ich rede nicht von der Luft (wobei Smog hier in Fuzhou kein Problem war) oder vom Wasser (die Brüh riecht manchmal… etwas strenger). Ich meine die Straßen und Gässchen. Wir sind hier einiges zu Fuß gegangen, und haben ganz selten mal Müll rumliegen sehen. Es gibt viele Straßenkehrer, die mit ihren Besen aus Ästen, Zweigen und Laub den Kram zusammenfegen. Auch an der Autobahn, ich bekomm das Bild nicht aus dem Kopf. Viele der Feger sind Frauen.

China ist – schmerzfrei

Auch hier meine ich viele der Einwohner. Das fängt im Straßenverkehr an, den man wahrscheinlich nur mit der Chaostheorie erklären kann, und geht beim Schwimmen in einem Fluss weiter, bei dem „uns“ wahrscheinlich beim ersten Eintauchen die Zehen abfallen würden. Essen? Solange es Beine hat ist es essbar, passt scho. Ich muss nach links, aber meine Fahrbahn geht gradaus? Egal, nehm ich mit dem Roller halt die Gegenfahrbahn. Die Ampel ist rot? Ich will da aber jetzt drüber, also fahr ich. Da ist Stau aber auf dem Radweg ist noch Platz? BRUMM.

China ist – draußen

Mein Eindruck von Beijing als auch von hier: Die Chinesen halten sich viel im Freien auf. In jeden Park und auf jedem größeren Platz trifft man sich. Man diskutiert, man spielt eine Art Schach/Dame, man tanzt oder singt zusammen. Ich hab das in meinem ersten oder zweiten Beitrag ja schon geschrieben. Was bei uns in Vereinsheimen stattfindet lebt man hier zusammen unter freiem Himmel aus.

China ist – müde

Ein Chinese kann immer und überall ein Nickerchen machen. Auf einem Sofa im Einkaufszentrum, im Linienbus, mit dem Kopf auf dem Tisch im Starbucks, quer über die Parkbank. Kein Problem. Powernapping hat hier bestimmt ein eigenes Schriftzeichen.


China ist – freundlich

Der Stereotyp vom lächelnden Chinesen hat zumindest auf dieser Reise voll ins Schwarze getroffen. Jeder den wir getroffen haben war freundlich und wirklich bemüht uns weiterzuhelfen. Sei es die Angestellten des Hotels, die Bedienungen in den Restaurants, die Kollegen im Werk, unsere Fahrer oder die Passanten auf der Straße, die uns freudig die 2 Brocken Englisch entgegengeschmettert haben, die sie kennen… Sprachbarriere hin oder her, die Leute sind supi.


... ja, ich hatte im Flieger neben dem filmkucken noch ein bisschen Zeit. und die Tastatur vom Pad ist doof für längere Texte.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen